Nachhaltigkeit und Arbeit
Zusammenfassung
Einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringen Menschen mit Tätigkeiten, die heute als Formen von Arbeit anerkannt und teils direkt mit Nachhaltigkeitsproblemen verbunden sind. In öffentlichen Debatten um ökologische Transformationsprozesse geraten jedoch vielfach allenfalls drohende Arbeitsplatzverluste in den Blick. Erhält Arbeit – und das schließt neben Erwerbsarbeit auch Sorge- und Freiwilligenarbeit ein – stärkere Aufmerksamkeit in der Soziologie der Nachhaltigkeit, eröffnen sich jedoch spezifische Ansatzpunkte zur Analyse und Überwindung von Nachhaltigkeitsblockaden.
Einleitung
Während in den seit Jahrzehnten andauernden Debatten um die ökologische Krise und ihre Bearbeitung Themen und Akteure vielfach wechselten, bildet eine Frage eine Konstante: Wie lässt sich der Konflikt zwischen Umwelt und Arbeit lösen? Wie können etwa die im Zuge einer Nachhaltigkeitstransformation erwarteten Arbeitsplatzverluste kompensiert werden? Einerseits wird diese Problemstellung als Verengung und als interessengeleitete Strategie gegen nachhaltigkeitspolitische Regulation kritisiert. Spätestens seit den 1970er Jahren gehört es deshalb zum Grundmuster von umweltpolitischen Konflikten, mögliche Arbeitsplatzverluste und -gewinne zu modellieren und damit bestimmte Technologien als unverzichtbar und Umweltpolitik als ökonomische Gefahr oder Chance zu positionieren. Andererseits trifft das sogenannte Jobs-vs.-Environment-Dilemma aber durchaus konkrete Erfahrungen von Beschäftigten und verweist auf soziale Ungleichheitsverhältnisse von Transformationsstrategien. Tatsächlich werden einige Wirtschaftssektoren erhebliche Veränderungen erleben im Zuge einer auf Nachhaltigkeit orientierten Politik; es werden neue Beschäftigungsfelder entstehen, die nicht immer mit bestehenden Qualifikationen übereinstimmen. Schließlich erleben Lohnabhängige in unteren Einkommenssegmenten und in unsicheren Lebenslagen Nachhaltigkeitsanrufungen vielfach als Zumutung und sozial unausgewogene Nachhaltigkeitspolitik als Bedrohung.
Im Folgenden wird gezeigt, inwiefern soziologische Analysen der theoretischen wie empirischen Zusammenhänge von Arbeit und Nachhaltigkeit erstens entscheidende Beiträge zum Verständnis der historischen Ursachen und global-lokalen Verflechtungen der Nichtnachhaltigkeit leisten können; wie zweitens sowohl subjektive wie strukturelle Erfahrungen und Hindernisse von Nachhaltigkeitsanstrengungen herausgearbeitet und damit drittens auch Ansatzpunkte zur Überwindung derartiger Blockaden ausgewiesen werden können.
Arbeit und Nachhaltigkeit
Für den Begriff Arbeit gilt Ähnliches wie für andere Grundbegriffe der Soziologie z.B. Macht, Handlung oder Struktur: Er ist wissenschaftlich wie auch im Alltag ungemein geläufig, gerade deshalb gilt es aber zu bestimmen, was damit genau bezeichnet wird. Zu den wesentlichen Formen der Arbeit zählt neben der heute wohl dominanten, unselbständigen Erwerbsarbeit, unter anderem Freiwilligenarbeit und unbezahlte Haus- und Sorgearbeit. Die soziologische Diskussion um den Arbeitsbegriff ist dabei überaus vielfältig und bis zuletzt nicht abgeschlossen (einen ausführlichen Überblick gibt Voß 2018). Sowohl begriffsgeschichtlich wie auch aus Nachhaltigkeitssicht zentral ist der von Karl Marx geprägte allgemeine Arbeitsbegriff, nach welchem „Arbeit als Prozess“ verstanden wird, „in dem der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert“ (Marx 1988 [1867]: 192). Erst in den letzten Jahren hat sich eine Lesart von Marx‘ Werk durchgesetzt, die dieses als unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis auch gegenwärtiger ökologischen Krisen sieht (so z.B. Saito 2016). Der Marxschen Theorie nach ist es für die Funktionsweise von Gesellschaften entscheidend, in welcher Art und Weise Arbeit gesellschaftlich organisiert, geteilt und das durch Arbeit Erzeugte verteilt wird. Arbeit als Ausdruck des Stoffwechsels mit der Natur zu konzipieren, bedeutet, dass sowohl die konkrete Arbeitspraxis wie auch die gesellschaftliche Reproduktion nur in Verbindung mit der Aneignung und Transformation von Natur zu begreifen sind. Mit welchen Werkzeugen Menschen auf Natur einwirken bzw. sie mithilfe von Technik transformieren (z.B. kleinräumige-naturnahe oder hochintensive-mechanisierte Landwirtschaft), in welcher Weise Arbeit organisiert ist (z.B. im häuslichen Familienverband oder in der Fabrik) und welchen Zwecken die Arbeitskraftnutzung folgt (z.B. der Subsistenz oder Profimaximierung) kann unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit sehr unterschiedliche Bewertungen zur Folge haben: Ökologisch gesehen ist bspw. eine Nutzung fossiler Düngemittel und großer Erntemaschinen in einem profitorientiertem Landwirtschaftsunternehmen zunächst einmal problematisch. Hingegen können die gesteigerte Produktivität und die Verlagerung schwerer körperlicher Arbeit auf Maschinen sozial gesehen vorteilhaft sein, wobei die Arbeitsbedingungen in jedem der Fälle mehr oder weniger gut bzw. nachhaltig sein können.
Die theoretischen Grundlegungen des Marxschen Arbeitsverständnisses wurden ab den 1980er Jahren am Wiener „Institut für Soziale Ökologie“ konkretisiert und umfangreiche konzeptuelle Überlegungen und empirische Untersuchungen zum „gesellschaftlichen Metabolismus“ angestellt (Haberl et al. 2016). In historischer Langzeitperspektive können etwa unterschiedliche Formen des gesellschaftlichen Stoffwechsels, der sich in historisch-spezifischen Stoff- und Energieflüssen konkretisiert, untersucht werden. Mit der etwas schematischen Unterscheidung von Jäger-/Sammler-, Agrar- und Industriegesellschaften zeigen sich somit nicht nur je charakteristische sozial-metabolische Regime mit spezifischen Ressourcennutzungsmustern und Nachhaltigkeitsproblemen. Jeweils dominiert auch eine historisch-spezifisch dominante institutionelle Form von Arbeit (etwa Familienarbeit oder Lohnarbeit). Auf diese Weise können auf makrosoziologischer Ebene die wechselseitigen Beziehungen von Arbeit und Naturnutzung im historischen Wandel herausgearbeitet werden.
Verschiedene Formen von Arbeit in ihrem Zusammenhang zu untersuchen, ermöglicht es auch sichtbar zu machen, dass Arbeit allein als produktive, wertschaffende Tätigkeit zu konzeptualisieren und mit Lohnarbeit gleichzusetzen, wie es die Arbeitssoziologie lange Zeit überwiegend getan hat, der Realität geleisteter Arbeit keinesfalls gerecht wird. Materialistische (Öko-)Feminist:innen stellen seit den 1970er und 80er Jahren heraus, dass eine zentrale Voraussetzung von auf Lohnarbeit basierender kapitalistischer Ökonomie und der Funktionsweise von Erwerbsarbeitsgesellschaften die unbezahlte Aneignung reproduktiver, überwiegend von Frauen geleisteter Arbeit – und der Arbeit der Natur – ist (Biesecker/Hofmeister 2010).
Zentral für das Verhältnis von Arbeit und Nachhaltigkeit ist weiterhin die auch schon in der Kritik der kapitalistischen Lohnarbeit bei Marx angelegte Erkenntnis, dass menschlicher Arbeit neben ihren produktiven, d.h. der Bedürfnisbefriedigung und Entfaltung menschlicher Potentiale förderlichen Dimensionen, stets auch die Tendenz innewohnt, die nicht-menschliche und menschliche Natur zu zerstören (Clausen 1988). Diese Sichtweise wurde viele Jahre später zu einem wichtigen Orientierungspunkt bei der Bestimmung von „nachhaltiger Arbeit“. So wurde sie etwa in dem 2015 veröffentlichten Bericht des United Nations Development Programme mit dem Titel „Arbeit und menschliche Entwicklung“ (UNDP 2015) aufgegriffen: Nachhaltig ist demnach Arbeit, „die der menschlichen Entwicklung förderlich ist und gleichzeitig negative Außenwirkungen, die in verschiedenen geographischen und zeitlichen Zusammenhängen erlebt werden können, verringert oder ausschaltet.“ (ebd. S. 45) Hier ansetzende Hoffnungen auf die Verbreitung eines umfassenderen Verständnisses von Arbeit und Nachhaltigkeit im politischen Diskurs – im Sinne von Sustainable Work – wurden allerdings enttäuscht, dominiert das Konzept erwerbsarbeitszentrierter Green Jobs im Rahmen einer wachsenden Green Economy doch deutlich.
Soziologische Perspektiven auf Arbeit in der Nachhaltigkeitstransformation
Soziologische Forschungen im Themenfeld sind zumeist dem Verhältnis von ökologischer Nachhaltigkeit und Arbeit gewidmet und fragen seit den 1980er Jahren explizit danach, wie sich konkrete Umweltschutzmaßnahmen auf Beschäftigte bestimmter Wirtschaftssektoren (z.B. Energie, Automobil, Chemie) auswirken und wie sie von diesen wahrgenommen werden. Vor allem seit dem gewachsenen Stellenwert der Klimaschutzpolitik (Stichwort: Dekarbonisierung) werden diese Forschungen als Konflikte um eine umfassende sozial-ökologische Transformation begriffen (z.B. Dörre/Holzschuh/Köster/Sittel 2020).
Die Frage nach den Zusammenhängen von Arbeit und Nachhaltigkeit erfordert dabei sowohl die Analyse subjektiver Erfahrungen wie auch struktureller Bedingungen. Simon Schaupp (2024) entwickelt in seinem Ansatz einer „Stoffwechselpolitik“ eine Perspektive, die beide Dimensionen verbindet. Aufbauend auf dem Marxschen Verständnis von Arbeit als gesellschaftlichem Stoffwechsel mit der Natur zeigt er, wie in konkreten Arbeitsprozessen nicht nur Natur praktisch angeeignet und transformiert wird, sondern wie diese Prozesse zugleich gesellschaftsstrukturierend wirken.
Zentral ist dabei die Rolle arbeitender Subjekte: Sie sind weder bloße Opfer nicht-nachhaltiger Strukturen noch können sie als isolierte Individuen Transformation bewirken. Vielmehr gilt es zu verstehen, wie sich in konkreten Arbeits- und betrieblichen Herrschaftsverhältnissen strukturelle Zwänge (etwa Profitlogik, Wettbewerbsdruck) und subjektive Handlungsspielräume verschränken. So werden gerade in der Arbeitssphäre vielfach bestehende Blockaden einer sozial-ökologischen Transformation offenbar – etwa wenn Beschäftigte aus nachvollziehbaren Gründen der Arbeitsplatzsicherung an nicht-nachhaltigen Produktionsweisen festhalten müssen. Unter Berücksichtigung affekttheoretischer und psychoanalytischer Einsichten wird deutlich, dass hierbei auch das Festhalten-Wollen eine Rolle spielt (ebd.).
Gleichzeitig kann aber auch gezeigt werden, dass Arbeitende aufgrund ihres praktischen Wissens über Produktionsprozesse zentrale Akteure einer Transformation sein können. Über Anrufungen an die Beschäftigten, sich im Sinne der Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz verantwortlich zu verhalten (zum Beispiel Ressourcen zu sparen), setzt diese jedoch Veränderungen struktureller Rahmenbedingungen voraus, zuvorderst aber die Organisation entsprechender Interessen (vgl. die Beiträge in Barth/Jochum/Littig 2016 und Becke/Bleses 2022). Schließlich wird in soziologischen Untersuchungen auch den konkreten Veränderungen von Arbeitsprozessen und -bedingungen im Rahmen des Wandels hin zu vermeintlich nachhaltigen Produktionsprozessen nachgegangen. Brunsen u.a. (2024) zeigen etwa die Bedeutung atypischer Beschäftigungsverhältnisse, Prekarität und hoher Arbeitsbelastung in der Bioökonomie auf, was dem auch politisch produzierten Bild einer modernen, nachhaltigen Arbeitswelt teils kaum entspricht.
Von den Anfängen der Politisierung der ökologischen Krise bis heute erhalten die Gewerkschaften als organisierte Interessenvertretung der Lohnabhängigen sowie einzelne Akteure innerhalb der Organisationen besondere Aufmerksamkeit. Inwiefern sind sie in der Lage, derartige Transformationsprozesse mitzugestalten und wie verändern sie sich selbst dabei? Unter welchen Voraussetzungen wirken sie eher als Bremser oder Treiber einer Nachhaltigkeitstransformation und welche Allianzen etwa mit der Umwelt- und Klimaschutzbewegung sind beobachtbar? Derartige Fragen werden gegenwärtig unter der Bezeichnung der Environmental Labour Studies (Räthzel/Stevis/Uzzell 2021) verfolgt. Diese Forschungsrichtung untersucht systematisch, unter welchen Bedingungen Arbeitnehmer:innenorganisationen zu Trägern sozial-ökologischer Transformation werden können und welche strategischen Ansätze sich als erfolgversprechend erweisen. Exemplarisch geraten aus dieser Perspektive etwa „Just Transition“-Konzepte, den ökologischen Umbau sozial zu gestalten oder strategische Bündnisse wie bei der Kampagne „Wir fahren zusammen“ von Fridays for Future und Ver.di in den Blick.
Die in der Nachhaltigkeitsdebatte sprichwörtlich gewordene „Glokalität“ zeigt sich auch mit Blick auf Arbeit und Nachhaltigkeit: In lokalen Transformationskonflikten, wie sie beispielsweise in auf Rohstoffabbau ausgerichteten, extraktivistischen, von Bergbau und Landwirtschaft gekennzeichneten Regionen charakteristisch sind, sind nicht nur verschiedene Ungleichheitsdimensionen (class, ethnicity, gender) miteinander verschränkt. Diese Formen der Naturnutzung und Konflikte sind zudem eingebettet in globale Ungleichheitsverhältnisse: lokale Arbeitsmärkte sind über globale Produktionsnetzwerke mit weit entfernten Arbeitsmärkten und Konsumformen verknüpft. Hier zeigt sich prägnant, dass Arbeit und Nachhaltigkeit, so zeigt sich, sind auf viel komplexere Weise miteinander verflochten sind, als der vermeintliche Gegensatz von „Jobs vs. Environment“ vermuten lässt. Die bestehende Forschung macht deutlich, dass eine erfolgreiche sozial-ökologische Transformation weder durch isolierte lokale Anpassungen noch durch abstrakte globale Zielformulierungen gelingen kann. Entscheidend ist hingegen die Zusammenhänge verschiedener räumlicher Ebenen, die Berücksichtigung der Lebenswirklichkeiten von Arbeitenden in unterschiedlichen Weltregionen und die Bedeutung andauernder sozial-ökologischer Kämpfe vor Ort herauszuarbeiten.
Zum Weiterdenken
Die durch Transformationen der Arbeit in der Vergangenheit erzielten enormen Produktivitätszuwächse und – vermittelt über soziale Kämpfe auch – Wohlstandssteigerungen wurden unübersehbar im Rahmen globaler, nicht nachhaltiger Destruktionsverhältnisse generiert. Insofern der Arbeit hierbei eine Schlüsselrolle zukommt, stellt sich unweigerlich die Frage, wie Arbeit künftig nachhaltiger zu gestalten wäre. Die grundlegenden Einsichten, identifizierten Probleme und Handlungsvorschläge sind trotz vieler offener Fragen im Grunde seit Jahrzehnten bekannt: Mögliche Alternativen zur Nichtnachhaltigkeit lohnarbeitszentrierter kapitalistischer Wachstumsgesellschaften erkunden Übergänge in eine Postwachstums- und Tätigkeitsgesellschaft (vgl. z.B. Barca 2019). Arbeitszeitverkürzung, die Aufwertung von Sorge- und Pflegetätigkeiten und die Entkopplung von Sozialstaat und Lohnarbeit sind dabei zentrale Ansatzpunkte, die gegenwärtig allerdings politisch wenig Rückhalt haben.
Die im Kontext der Diskussion um Arbeit und Nachhaltigkeit ebenfalls aufscheinende Frage nach mehr oder weniger nötiger oder noch vorhandener Arbeit greift dabei zu kurz. Ein Charakteristikum kapitalistischer Gesellschaften ist, dass trotz immenser technologischer Fortschritte das „Ende der Arbeitsgesellschaft“ nie eingetreten ist. Weder Fließband noch Computer machten menschliche Arbeitskraft überflüssig. Sie führten zwar – wiederum: vermittelt über Arbeitskämpfe – zur Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitszeit, doch Ausbeutung und Zerstörung von menschlicher und nicht-menschlicher Natur schreiten ungebrochen voran. Auch künftig ist ein „Ende der Arbeit“ nicht zu erwarten: Es entstehen neue Sektoren und Beschäftigungsfelder, und die sich verschärfenden Engpässe insbesondere im Pflegesektor legen nahe, dass alternde Gesellschaften in erheblichem Umfang mehr menschliche Arbeitskraft benötigen werden.
So ist die Problematik aktuell vielfach nicht nachhaltiger Arbeit als praktische Herausforderung einer fundamentalen Umverteilung und Umwertung verschiedener Arbeitsformen zu sehen. Eine entscheidende Frage lautet, welche Arbeiten Gesellschaften sich künftig im Sinne des Haushaltens mit knappen Ressourcen, d.h. einem nicht zerstörerischen Umgang mit menschlicher und nicht-menschlicher Natur, überhaupt noch leisten können und welche nicht mehr zukunftsfähig sind. Hinzu kommt, dass im Sinne der Nachhaltigkeit auch die toxischen Altlasten der industriellen Moderne bearbeitet werden müssen: Der Um- und Rückbau fossiler Industrien und Infrastrukturen, die Wiederherstellung verwüsteter Landschaften, die klimagerechte Anpassung von Siedlungs- und Verkehrsstrukturen, die Sicherstellung der Landwirtschaft sowie der angemessene Umgang mit einer Vielzahl pflegebedürftiger Menschen bedeuten erheblichen Arbeitsaufwand – insbesondere die in der Klimakrise notwendige Nutzungsbeschränkung fossiler Energieträger lässt erahnen, dass eine grundlegende Transformation der Art und Weise ansteht, wie Gesellschaften Arbeit bewerten und organisieren.
Zum Weiterlesen
Lorig, P./Pflücke, V. K./Seeliger, M. (Hrsg.) (2024): Arbeit in der kritischen Theorie: Zur Rekonstruktion eines Begriffs. Wien: Mandelbaum Verlag.
Graeber, D. (2018): Bullshit-Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit. Stuttgart: Klett-Cotta.
Suzman, J. (2021): Sie nannten es Arbeit: eine andere Geschichte der Menschheit. München: C.H. Beck.
Barth, T./Jochum, G./Littig, B. (Hrsg.) (2016): Nachhaltige Arbeit. Soziologische Beiträge zur Neubestimmung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse. Frankfurt/New York: Campus Verlag.
Barca, S. (2019). „An Alternative Worth Fighting For“: Degrowth and the Liberation of Work. In: Chertkovskaya, E./Paulsson, A./Barca, S. (Hrsg.): Towards a Political Economy of Degrowth, London: Rowman & Littlefield International, 175–192.
Becke, G./Bleses, P. (Hrsg.) (2022): Interdependenzen von Arbeit und Nachhaltigkeit. Weinheim Basel: Beltz Juventa.
Biesecker, A./Hofmeister, S. (2010): Focus: (Re)Productivity. In: Ecological Economics, 69 (8), 1703–1711.
Brunsen, H., Fessler, A., Kalff, Y., & Holst, H. (2024). Arbeiten in bioökonomischen Produktionsprozessen. WSI-Mitteilungen, 77(2), 89–97. https://doi.org/10.5771/0342-300X-2024-2-89
Clausen, L. (1988): Produktive Arbeit, destruktive Arbeit: soziologische Grundlagen. Berlin; New York: W. de Gruyter.
Dörre, K./Holzschuh, M./Köster, J./Sittel, J. (2020): Abschied von Kohle und Auto? Sozial-ökologische Transformationskonflikte um Energie und Mobilität. Frankfurt a. M.; New York: Campus Verl.
Haberl, H./Fischer-Kowalski, M./Krausmann, F./Winiwarter, V. (Hrsg.) (2016): Social Ecology: Society-Nature Relations across Time and Space. Switzerland: Springer.
Marx, K. (1988): Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band, Bd. 23. Berlin: Dietz.
Räthzel, N./Stevis, D./Uzzell, D. (Hg.) 2021: The Palgrave Handbook of Environmental Labour Studies. Cham: Palgrave MacMillan.
Saito, Kohei (2016). Natur gegen Kapital: Marx’ Ökologie in seiner unvollendeten Kritik des Kapitalismus. Frankfurt: Campus Verlag.
Schaupp, S. (2024): Stoffwechselpolitik: Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten. Berlin: Suhrkamp.
United Nations Development Programme UNDP/Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e. V. (Hrsg.) (2015): Bericht über die menschliche Entwicklung 2015: Arbeit und menschliche Entwicklung. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag.
Voß, G. G. (2018): Was ist Arbeit? Zum Problem eines allgemeinen Arbeitsbegriffs. In: Böhle, F. /Voß, G. G./Wachtler, G. (Hrsg.), Handbuch Arbeitssoziologie. Band 1: Arbeit, Strukturen und Prozesse. 2. Auflage. Wiesbaden: Springer VS, 15–84.
Thomas Barth war akademischer Rat auf Zeit am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.Heute ist er Teil der wissenschaftlichen Geschäftsführung des Instituts für Sozialforschungin Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Politische Soziologie und Ökologie, Gesellschaftliche Naturverhältnisse, sowie Arbeit und Nachhaltigkeit
E-Mail: t.barth@em.uni-frankfurt.de

