Körper in Bewegung: Unterwegssein im Kontext einer Ästhetik sozialer Nachhaltigkeit

Abstract

Dieser Text untersucht „Körper in Bewegung“[1]und „Unterwegs sein[2] im Kontext einer Ästhetik sozialer Nachhaltigkeit (vgl. hierzu Ketschau 2019, Breser/Heuer 2024). Bewegung wird dabei nicht nur als physische Ortsveränderung, sondern als komplexer sozialer Akt verstanden, der von individueller Sinnsuche und Abenteuerlust bis hin zu Flucht und Krisenbewältigung reicht. Während moderne Gesellschaften den „flexiblen Menschen“ (Sennet 1998) zwischen Beschleunigung und Entschleunigung fordern, rückt die Notwendigkeit einer ressourcenschonenden Lebensweise in den Vordergrund.

Der Beitrag überträgt Georg Simmels Analyse des „Fremden“ (Simmel 2013) auf aktuelle Phänomene wie Neo- und digitale Nomad*innen und beleuchtet die vielfältigen Facetten von Mobilität. Ein Kernargument ist, dass Handlungen, die der Vision einer global nachhaltigen Gesellschaft entsprechen – also ein Leben frei von Armut, selbstbestimmt, gleichberechtigt und gesund –, eine „Ästhetik sozialer Nachhaltigkeit“ begründen. Dabei wird eine Verbindung zwischen „hässlich“ (von Hass) und „schön“ (von schonend, freundlich) mit ethischem Handeln hergestellt: Wer nachhaltig handelt und Ressourcen schont, ist im übertragenen Sinne „schön“, während ausgrenzendes oder ressourcenintensives Handeln als „hässliches tun“ erscheint.

Ferner beleuchtet der Text verschiedene Sozialfiguren des Unterwegsseins – darunter Flüchtende, Vagabundierende, Nomad*innen, Entdeckende und Erobernde sowie vertrauenswürdig Reisende und das unternehmerische Selbst – und analysiert die damit verbundenen Stereotypen und Wahrnehmungen. Er diskutiert, wie diese Figuren sowohl physische als auch soziale Grenzen überwinden.

Der Beitrag schließt mit offenen Fragen zum Ankommen von Unterwegsseienden und zielt darauf ab, die akademische Debatte in Bereichen wie New Work Forschung (vgl. hierzu Thiel 2021, Schenk 2022: 93 ff.) sowie Urbanistik und Sozialpolitik zu bereichern und Impulse für eine gerechtere Gestaltung des Miteinanders in einer mobilen Welt zu geben.

Unterwegs im Leben: Mobilität, Werte und die moderne Gesellschaft

Bewegung ist ein grundlegender Aspekt des menschlichen Lebens, weit über die bloße Ortsveränderung hinaus. Sie ist tief verwoben mit unserer Suche nach Sinn, Abenteuer und der Bewältigung von Krisen. In einer zunehmend vernetzten Welt prägt Mobilität nicht nur unsere individuellen Wege, sondern formt auch gesellschaftliche Strukturen und Werte (vgl. hierzu Manderscheid 2022). Dieses Kapitel beleuchtet die vielfältigen Facetten des Unterwegsseins und fragt, wie sich unsere Vorstellungen von Freiheit, Schönheit und einem guten Leben in dieser Dynamik widerspiegeln.

In Bewegung bleiben

Unsere alltägliche Vorstellung von Bewegung ist stark von der Physik beeinflusst: Als Bewegung gilt die Ortsveränderung eines Körpers im Zeitverlauf, ausgelöst durch einen Impuls, eine Kraft. Genauer gesagt: Bewegung ist der Prozess der Ortsveränderung“ (Burkhart 2019: 18).

Das, was Günter Burkart als Impuls und Prozess beschreibt, ist zugleich Anlass und Entschluss (vgl. hierzu Eimertenbrink 2025: 4 f.). Ein Anlass steht für einen Beweggrund oder einen Auslöser, etwas Bestimmtes zu tun. Ein Entschluss ist eine durch Überlegen gewonnene Absicht für geplantes Handeln. Ein Entschluss basiert auf eigenem Überlegen aufgrund eines Anlasses.

Nicht immer gibt es ein klares Ziel, zu dem die Bewegung führen soll. Oft geht es nur um die Suche nach Wegen, nach Bewegungsmöglichkeiten (Bewegung: einen Weg finden).“ (Burkhart 2019: 19). Bewegen und unterwegs sein stehen für Veränderung, stehen für Suchprozesse, für Abenteuer und für Sehnsucht. Gleichzeitig stehen bewegen und unterwegs sein aber auch für Flucht(-bewegung) und für Krisen(-bewältigung). Ausschlaggebend ist, wer sich bewegt, wer unterwegs ist und warum, also aufgrund welchen Anlasses der Entschluss zur Bewegung gefasst wurde.

Bewegung steht für eine Beschleunigung im Lebensrhythmus in modernen Gesellschaftsstrukturen (vgl. hierzu Rosa 2005). Bewegung steht für den flexiblen Menschen als reaktionsschnelle und anpassungsfähige Persönlichkeit (vgl. hierzu Sennet 1998). Vom modernen, flexiblen und beschleunigten Menschen wird eine Ambivalenz abverlangt: Beschleunigung und Flexibilität und, parallel dazu, Schrumpfung und Entschleunigung, Befreiung vom Überfluss, hin zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Lebensweise (vgl. hierzu Paech 2012). Das ist wahrlich nicht immer einfach.

Abbildung 1: Körper in Bewegung.

Fremde in der Fremde

Bei Georg Simmel steht der soziale Typus des sojourner im Vordergrund seiner Überlegungen: Fremde, Besucher*innen, Wandernde und kurzweilig Verweilende, die kommen, verweilen und (üblicherweise) auch wieder gehen (vgl. hierzu Stichweh 2010: 764). In seinen späteren Schriften geht Simmel auf die Unterscheidung von Händler und Bodenbesitzer ein. Der Fremde ist der Händler. Er kommt, verkauft, kauft, zieht und verkauft an anderer Stelle weiter. Der Bodenbesitzer dagegen bleibt, wo er ist, schließlich muss er Kapital aus seinem Grund und Boden schlagen (vgl. hierzu Stichweh 2010: 16, Simmel 1992).

Übertragen auf moderne Zeiten, sind Neo-Nomad*innen, Digitalnomad*innen, manchmal Händler*innen (Online-Handel) und manchmal sind sie auch Bodenbesitzer*innen zugleich. Sie reisen in Länder, in denen es sich günstig leben lässt. Sie arbeiten online für Aufraggeber*innen, die in reichen Ländern sitzen und die entsprechend gut bezahlen können. Teilweise vermieten sie, die Neo-Nomad*innen, ihre Wohnungen, ihre Häuser, ihren Grund und Boden, über Vermietungsportale im Internet und verdienen so doppelt. So ist ein günstiges Leben neben guten Einnahmen möglich – manchmal reichen wenige Stunden Arbeit, um den Lebensunterhalt zu verdienen (vgl. hierzu Ferris 2018).

Frei von Hunger und Armut

Alle Menschen weltweit leben frei von Armut und Hunger, selbstbestimmt, gleichberechtigt und bei guter Gesundheit; sie leben und wirtschaften in sozial und ökologisch sicheren Handlungsräumen, erhalten die natürlichen Lebensgrundlagen und ermöglichen sich und den folgenden Generationen damit ein gutes Leben. So oder ähnlich lässt sich die Vision einer global nachhaltigen Gesellschaft formulieren, in der alle Menschen in Frieden und Freiheit ein menschenwürdiges Leben führen, ihre Bedürfnisse befriedigen und sich aktiv und selbstbestimmt am politischen Gemeinwesen beteiligen können“, so die beschriebene Vision des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zur Umsetzung der 2030-Agenda der Vereinten Nationen (BMU 2020: 4).

Leben bewegte und unterwegs seiende Körper, frei von Armut und Hunger, selbstbestimmt, gleichberechtigt, bei guter Gesundheit, in sozial und ökologisch sichereren Handlungsräumen, und ermöglichen sie nachfolgenden Generationen ein ebenso freies, selbstbestimmtes Leben, so entspricht dieses Tun einer Ästhetik sozialer Nachhaltigkeit (im Sinne der Definition des BMU).

Hässlich oder schön, frei oder unfrei

Das Wort hässlich ist abgeleitet von Hass. Wer hässlich ist, ist voll Hass, hasserfüllt und feindselig. Das Wort schön ist abgeleitet von sconi. Sconi bedeutet ansehnlich und herrlich. Im Mittelhochdeutschen kamen die Bedeutungen schonend und freundlich hinzu. Wer rein ist und einen schonenden Umgang mit unser aller Ressourcen pflegt, ist in diesem Sinne schön und ansehnlich.

Schönheit und Freiheit bedingen das Unfreie und das Hässliche. Der gleiche Sinnzusammenhang lässt sich auch umgekehrt formulieren: Das Hässliche und Unfreie bedingen Schönheit und Freiheit (vgl. hierzu Pauen 2019, Maderna 2019). Unterwegssein kann Freiheit und Schönheit ebenso bedeuteten wie Unfreiheit und Hässlichkeit. Ein Beispiel: Die oder der Flüchtende überwindet, heimlich, im Dunkeln und durch Schlupflöcher, illegal die Grenze – das Hässliche, die Unfreiheit, hinter sich lassend. Flüchtende hoffen auf eine rettende Hand, auf die Freiheit, auf die Schönheit. Die Rettung ins Freie symbolisiert das Schöne.

Sozialfiguren des Unterwegsseins (und Ankommens)

Eva Horn, Stefan Kaufmann und Ulrich Bröckling beleuchten in ihrer Publikation „Grenzverletzer. Von Schmugglern, Spionen und anderen subversiven Gestalten“ (Horn et al. 2002) diverse Grenzverletzende. Diese Figuren reichen von Flüchtenden bis zu Erobernden und werden als Akteur*innen verstanden, die nicht nur geografische oder politische Grenzen überschreiten, sondern auch gesellschaftliche Normen, Regeln oder Tabus brechen. Es geht dabei um die Überschreitung unsichtbarer, aber wirkmächtiger Grenzen des Akzeptierten. Im Folgenden werden verschiedene Sozialfiguren des Unterwegsseins näher beleuchtet, die jeweils spezifische Stereotypen und Wahrnehmungen prägen.

Flüchtende

Flüchtende sind im Kern Fliehende, Menschen, die aus ihren Heimatregionen vertrieben werden, oft unter extremen Druck und mit wenig Vorbereitung. Ihr Zustand ist geprägt von einer tiefgreifenden Traumatisierung, die aus dem Verlust von Heimat, Sicherheit und oft auch geliebten Menschen resultiert. Physisch sind sie in der Regel erschöpft und krank, ein Ergebnis der Strapazen ihrer Fluchtwege, die häufig über weite Strecken zu Fuß, unter prekären Bedingungen oder in überfüllten Transportmitteln zurückgelegt werden. Flüchtende leben in ständiger Unsicherheit. Momente der Resignation und Mutlosigkeit wechseln sich ab mit beeindruckender Zähigkeit und Mut. Dieser Mut ist nicht selten eine letzte, verzweifelte Anstrengung, um das Überleben zu sichern und eine ungewisse Zukunft zu erreichen.

In der öffentlichen Wahrnehmung bleiben Flüchtende oft namenlos, zu einer anonymen Masse verschwommen, die in Statistiken und Schlagzeilen auftaucht. Diese Entindividualisierung erschwert das Erkennen der einzigartigen Geschichten und Erfahrungen, die jede Person mit sich trägt. Seltene Ausnahmen von dieser Namenslosigkeit finden sich in historischen Kontexten oder im kulturellen Gedächtnis, wenn prominente Persönlichkeiten wie z. B. Bertolt Brecht oder Thomas Mann als Exilanten während politischer Umbrüche zur Flucht gezwungen waren. Ihre individuellen Schicksale, festgehalten in Biografien und Werken, bilden einen Kontrast zur allgemeinen Anonymität.

Der Akt der Flucht beinhaltet fast immer die illegale Überwindung von Grenzen. Diese Grenzübertritte sind oft mit erheblichen Risiken verbunden, sei es durch natürliche Hindernisse (ertrinken), die Brutalität von Schlepp*innen oder die Gefahr, von Grenzschutzbehörden aufgegriffen und zurückgewiesen zu werden. Für die oder den Flüchtenden ist die Grenze ein Symbol für das Zurücklassen von Leid und Unterdrückung, aber auch für das Eintreten in eine ungewisse, potenziell feindselige neue Welt. Diese physische und oft verbotene Passage ist der entscheidende Schritt, der die Hoffnung auf Freiheit und ein menschenwürdiges Leben aufrechterhält, selbst wenn die Bedingungen am Zielort meist alles andere als ideal sind (vgl. hierzu Horn 2002: 58 ff., Rolshoven/Maierhofer 2012).

Abbildung 2: Aufbruch mit Gepäck.

Vagabundierende

Der Begriff Vagabundage hat seine etymologischen Wurzeln im lateinischen Verb vagari, was wörtlich „umherschweifen“ oder allgemeiner „wandern“ bedeutet. Der „Vagant“ ist eine Person, die ohne festen Wohnsitz und ohne ein klar definiertes, als „ehrlich“ anerkanntes Gewerbe, von einem Ort zum anderen zieht. Diese Figur war oft mit einem gewissen Misstrauen belegt, da ihre Lebensweise den etablierten Normen von Sesshaftigkeit und geregelter Arbeit widersprach. Sie repräsentierte eine Form des Ungebundenseins, die sowohl Faszination als auch Ablehnung hervorrief.

Im heutigen Kontext sind Vagabundierende weiterhin Umherschweifende, deren Bewegungsmuster sich vom konventionellen Reisen abheben. Sie zeichnen sich durch eine intrinsische Neugier aus, die sie dazu antreibt, „mal hier und mal da“ zu schauen, sich auf das Unerwartete einzulassen und sich von Routinen zu lösen. Ihre Bewegung ist selten zielgerichtet im Sinne eines festen Ankunftsortes, sondern eher ein Prozess des Erlebens. Das Überschreiten von Grenzen, sei es im physischen oder metaphorischen Sinn, ist für sie kein Hindernis, sondern oft eine inhärente Dimension ihrer Existenz.

Vagabundierende sind typischerweise Individuen, die sich nicht an die strikten Vorgaben von Landkarten oder abgesteckten Grenzgebieten halten. Stattdessen folgen sie oft den natürlichen Gegebenheiten der Landschaft – Flussverläufen, Wald- und Wiesenwegen –, die ihnen eine organischere und freiere Bewegung ermöglichen. Ihre Routen sind nicht durch touristische Attraktionen oder ökonomische Notwendigkeiten bestimmt, sondern durch eine innere Suche oder einfach das Verlangen nach unreglementierter Fortbewegung. Diese Form des Unterwegsseins steht somit für eine Lebenshaltung, die sich bewusst den Konventionen und der Kontrolle entzieht und eine tiefe Verbundenheit mit der Freiheit der Bewegung zelebriert (vgl. hierzu Oberhuber 2002: 23 ff.).

Nomad*innen

Traditionelle Nomad*innen sind Angehörige nicht-sesshafter Hirtenvölker, deren Lebensweise untrennbar mit der Bewegung ihrer Viehherden verbunden ist. Ihre Existenz hängt davon ab, den jahreszeitlichen Rhythmen von Weidegründen und Wasserquellen zu folgen. Das Vieh, als zentrale Lebensgrundlage, kennt dabei keine von Menschen geschaffenen Grenzen. Diese Diskrepanz zwischen den natürlichen Bewegungsbedürfnissen der Herden und den politischen oder territorialen Markierungen führt jedoch oft zu existenziellen Herausforderungen für die nomadisch lebenden Menschen. Sie müssen sich mit Grenzzäunen, bürokratischen Vorschriften oder den Übergriffen von Grenzschützenden auseinandersetzen, die ihre Herden gefährden könnten – sei es durch physische Barrieren oder gar Gewalt. Der Schutz des Viehs, das ihr Überleben sichert, wird somit zu einer zentralen Aufgabe, die sie immer wieder an die oft rigiden Grenzen menschlicher Jurisdiktion führt (vgl. hierzu Toral-Niehoff 2002: 80 ff.).

Ganz anders präsentieren sich die Neo-Nomad*innen, die heutigen Digitalnomad*innen. Diese moderne Sozialfigur ist nicht an die saisonalen Zyklen von Vieh oder Ernte gebunden. Stattdessen sind ihre Beweggründe vielfältiger und oft von einer Suche nach individueller Freiheit und optimierten Lebensbedingungen geprägt. Sie folgt der Sonne, um kalte Winter zu meiden, sucht das Abenteuer in neuen Kulturen und Landschaften, strebt nach schnellem Geld durch ortsunabhängige Arbeit und profitiert nicht selten von günstigen Steuervorteilen in Ländern mit niedrigerer Besteuerung. Ihr „Hinterherziehen“ ist eine bewusste Entscheidung für einen mobilen Lebensstil, der durch digitale Technologien ermöglicht wird und eine gänzlich andere Form der Grenzüberschreitung darstellt – eine, die weniger von Notwendigkeit als von Wahlfreiheit und einem optimierten Lebensentwurf bestimmt wird (vgl. hierzu Eimertenbrink 2025).

Abbildung 3: Nomadisches Leben im Zelt.

Abbildung 4: Digitale Nomad*innen bei der Arbeit.

Entdeckende und Erobernde

Entdeckende und Erobernde sind Sozialfiguren, deren Handeln primär auf die Inbesitznahme neuer Territorien oder Ressourcen abzielt. Ihr Ausgangspunkt ist oft das Vorgehen in Gebiete, die sie als „unerschlossen“ oder „niemandes Land“ betrachten. Finden sie keine offenkundigen Anzeichen einer bereits etablierten Zugehörigkeit, so manifestieren sie ihren Anspruch durch symbolische Akte, wie das Hineinstecken einer Fahne, um das vorgefundene Stück Land für ihr Eigentum zu erklären. Diese Geste beansprucht die Autorität über das Gebiet und signalisiert den Beginn einer neuen Herrschaft.

Die Situation wird jedoch kritisch, sobald bereits andere – seien es indigene Bevölkerungen, konkurrierende Mächte oder frühere Entdecker*innen – ebenfalls Anspruch auf dieses vermeintlich neu entdeckte und eroberte Land erheben. In solchen Fällen kollidieren divergierende Besitzansprüche und führen zu Konflikten. Die einst als „unbelegt“ deklarierten Territorien werden zum Schauplatz intensiver Auseinandersetzungen. Dann werden nicht nur die Eigentumsverhältnisse neu verhandelt, sondern auch Grenzen und Eingrenzungen infrage gestellt oder gewaltsam verschoben. Dies kann zu langwierigen diplomatischen Verhandlungen, aber auch, im schlimmsten Fall, zu kriegerischen Konflikten führen, in denen die Macht der Waffen entscheidet, wer die Kontrolle über das beanspruchte Land ausübt. Solche Prozesse haben die Weltgeschichte maßgeblich geprägt und wirken bis heute nach (vgl. hierzu Münkler 2002, Zöhrer 2022).

Vertrauenswürdig Reisende

Steffen Mau erwähnt den vertrauenswürdig Reisenden in einer Publikation. von 2021 (Mau 2021: 22). Der vertrauenswürdig Reisende ist ein unspektakulärer Akteur im globalen Mobilitätsgeschehen. Er führt keine verborgenen Absichten mit sich. Sein primäres Ziel ist die Erholung oder das Erleben kleinerer Abenteuer. Die Reisen des vertrauenswürdig Reisenden sind stets von einem hohen Maß an Vernunft und Vorsorge geprägt. Dies zeigt sich beispielsweise in der umfassenden Absicherung durch Reiserücktrittsversicherung und Reisekrankenversicherung. Der vertrauenswürdig Reisende verkörpert somit eine Form des Unterwegsseins, die auf Sicherheit, Planbarkeit und die Einhaltung etablierter gesellschaftlicher Normen setzt. Im Gegensatz zu anderen, subversiveren Sozialfiguren, stellt er keine Gefahr dar, sondern fügt sich nahtlos in die Strukturen des organisierten Tourismus und der globalen Mobilität ein.

Das unternehmerische Selbst

Das unternehmerische Selbst findet Eingang in diesen Essay aufgrund der Ausführungen von Stephan Lessenich (vgl. hierzu Lessenich 2017: 160 ff.). Er argumentiert, dass eine geflüchtete Person ein Paradebeispiel für das unternehmerische Selbst nach Bröckling (Bröckling 2007) darstellt. Bröcklings unternehmerisches Selbst scheut kein Risiko und setzt selbstverständlich auf die Zukunft. Ein unternehmerisches Selbst wird man, indem man sich in allen Lebenslagen kreativ, flexibel, eigenverantwortlich und risikobewusst verhält. Diese Eigenschaften, dieses Eigenverantwortliche, Kreative, Flexible und Risikobewusste sieht Lessenich als Voraussetzung für das Aufbrechen und Ankommen allgemein, aber auch und besonders für das Ankommen des Flüchtenden in einem neuen Zuhause, einem neuen Platz in der Gesellschaft (vgl. hierzu de la Chaux 2020).

Ankommende und Angekommene

„Stellen Sie sich ein Land vor, das sich als jungfräulich bezeichnet, keine bekannte Geschichte haben möchte und entsprechend Entdeckungen verheißt. Doch um dorthin zu gelangen, müssen Sie einen Ozean überwinden, der wild und gefährlich scheint. Für die Reise in dieses ‚gelobte‘ Land müssen Sie Ihr Leben aufs Spiel setzen. Endlich angekommen, werden Sie das Leben zu schätzen wissen und Ihren Neustart ernsthaft und konsequent in Angriff nehmen. Utopische Gemeinschaften werden entworfen, Religionen werden evaluiert und neu definiert, und ideologischer Ballast als unzugänglich verworfen oder verboten. Willkommen in der Neuen Welt.“ (Blazan 2015: 97)

Um die Thematik des Ankommens und Angekommenseins zu veranschaulichen, lässt sich eine prägnante Bildbeschreibung heranziehen, wie sie oft in der Berichterstattung von Organisationen, die sich für den Schutz und die Unterstützung von Flüchtenden, Asylsuchenden, Binnenvertriebenen und Staatenlosen einsetzen:

Man stelle sich eine Aufnahme vor, die eine Gruppe von mindestens einhundert Frauen zeigt. Ihre dunkle Hautfarbe ist erkennbar, doch viele Gesichter sind verschleiert. Die hinteren Reihen sind nur schemenhaft zu erahnen. Die vorderen Frauen blicken mit ängstlichen Gesichtern in die Kamera. Die schiere Masse an Menschen scheint sich bis zum Horizont zu erstrecken, was ein Gefühl der Überwältigung und des Erschreckens hervorruft. Eine typische Bildunterschrift würde in diesem Kontext darauf hinweisen, dass es sich um einen Anstieg der Ankünfte aus beispielsweise dem Sudan handelt und dass eine internationale Hilfsorganisation vor einer wachsenden Notlage in einer bestimmten Region in der Welt warnt. Solche Darstellungen vermitteln einen Eindruck von der Dringlichkeit und dem Leid, das mit Flucht und Vertreibung einhergeht.

Im Gegensatz zu diesen oft bitteren Bildern, die angsterfüllte Menschenmassen zeigen und die dramatischen Aspekte der Flucht visualisieren, finden sich in der medialen Repräsentation des Ankommens auch bewusst positive Gegenentwürfe.

Insbesondere auf Websiten, die sich mit der Integration in Deutschland oder ähnlichen Kontexten befassen, stoßen Rezipient*innen auf Fotos, die ganz andere Emotionen hervorrufen. Hier werden positive Einzelschicksale in den Vordergrund gerückt, um den Erfolg von Integration zu illustrieren.

Ein oft bemühtes Beispiel ist der junge, talentierte Fußballspieler mit dunkler Hautfarbe, dessen Integration in einen deutschen Jugendfußballverein (und somit in die deutsche Gesellschaft) in Form eines Mannschaftsfotos inszeniert wird. Das Schulterklopfen seines deutschen Trainers wird dabei zum symbolischen Zeichen höchster Anerkennung und gelungener Integration stilisiert.

Eine ähnliche ikonische Wirkung entfaltet das Selfie eines Geflüchteten mit der damaligen Bundeskanzlerin Merkel, das medial als ultimatives Symbol des Angekommen-Seins (vgl. hierzu Barboza 2016: 123 ff.) in einem sicheren Gebiet verstanden und verbreitet wurde. Diese kontrastierenden Bildwelten prägen maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung von Mobilität, Flucht und Integration (vgl. hierzu Lünenborg/Maier 2017, Roth 2017: 161 ff., Lemme 2020).

Konklusion

In einer Welt, die zunehmend von Mobilität und ständiger Veränderung geprägt ist, rücken die Konzepte von „Körper in Bewegung“ und „Unterwegssein“ näher ins Zentrum der sozialwissenschaftlichen Betrachtung. Doch über die bloße Ortsveränderung hinaus gewinnt die Frage an Bedeutung, wie diese Dynamiken im Einklang mit den Prinzipien einer Ästhetik sozialer Nachhaltigkeit stehen können. Es geht nicht mehr nur darum, wie wir uns fortbewegen, sondern warum und mit welchen Auswirkungen auf uns selbst, unsere Gemeinschaften und die Umwelt. Die Ästhetik des Unterwegsseins offenbart sich in der Art und Weise, wie Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung gelebt werden, ohne dabei die Ressourcen anderer oder zukünftiger Generationen zu erschöpfen. Sie fordert uns auf, eine neue Sensibilität für die Schönheit des achtsamen Reisens und des nachhaltigen Ankommens zu entwickeln – eine Schönheit, die sich nicht in statischen Idealen erschöpft, sondern in der dynamischen Balance zwischen individueller Entfaltung und globaler Verantwortung liegt.

Der Abschnitt „Sozialfiguren des Unterwegsseins (und Ankommens)“ taucht tief in die Vielfalt menschlicher Mobilität ein. Es wird deutlich, dass Grenzverletzungen über physische oder politische Überschreitungen hinausgehen und auch das Brechen gesellschaftlicher Normen und Tabus umfassen. Ferner lässt sich erkennen, wie vielfältig und komplex die Erfahrungen des Unterwegsseins und Ankommens sind und wie diese durch gesellschaftliche Zuschreibungen und mediale Inszenierungen geprägt werden.

Wer ist in diesem Kontext – also im Kontext von Bewegung und Unterwegssein einerseits und einer Ästhetik sozialer Nachhaltigkeit andererseits – nun „schön“ und wer „hässlich“? Generell lässt sich festhalten (und dies bedarf im Einzelfall weiterer Prüfung): „Schön“ ist, wer nachhaltig handelt und anderen die Möglichkeit zur eigenen Entfaltung im Rahmen einer nachhaltigen Weltgesellschaft lässt. Dies impliziert einen schonenden Umgang mit Ressourcen und eine inklusive Haltung. „Hässlich“ ist hingegen, wer sich selbst und anderen diese Möglichkeit nimmt, auf kurzfristigen Hedonismus (oder Opportunismus) setzt und sogenannte Fremde ausgrenzt, statt sie in die Gemeinschaft zu integrieren.

Diese moralisch-ästhetische Unterscheidung ist keine starre Klassifizierung, sondern gewinnt durch die Betrachtung spezifischer Sozialfiguren des Unterwegsseins an Tiefe. So zeigt sich die „Schönheit“ etwa im eigenverantwortlichen und zukunftsgerichteten Handeln des „unternehmerischen Selbst“ des Geflüchteten, der trotz widriger Umstände nach einem Platz in der Gesellschaft sucht. Im Gegensatz dazu könnte die „Hässlichkeit“ in den Anspruchshaltungen von Entdeckenden und Erobernden liegen, die Territorien ohne Rücksicht auf bestehende Rechte in Besitz nehmen und dabei Konflikte schüren. Die unterschiedlichen Motive und Auswirkungen des Unterwegsseins – von der erzwungenen Flucht bis zum selbstgewählten, abgesicherten Reisen des „vertrauenswürdig Reisenden“ – prägen somit maßgeblich die ästhetische Bewertung im Sinne einer sozialen Nachhaltigkeit.

Dieser Beitrag zielt darauf ab, die akademische Debatte – insbesondere in der New Work Forschung (vgl. hierzu Thiel 2021, Schenk 2022: 93 ff.), der Urbanistik und der Sozialpolitik, aber auch die Ästhetik- und Nachhaltigkeitsdebatte – zu bereichern. Er möchte Impulse geben für eine gerechtere Gestaltung des Miteinanders in einer zunehmend mobilen Welt, indem er die zugrundeliegende Ästhetik sozialer Nachhaltigkeit im Kontext von Unterwegssein und Körpern in Bewegung herauszuarbeiten versucht.

Fußnoten:

[1] Die Formulierung „Körper in Bewegung“ wird in diesem Text als beschreibender Ausdruck verwendet und steht in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit dem gleichnamigen Buch von Erstić et al. (2009). Ich lehne mich mit der Wahl dieser Worte lediglich an die treffende Ausdrucksweise an, die auch meine Betrachtungen ideal beschreiben.

[2] Geschichten vom „Unterwegs sein“ gibt es viele. Vgl. u.a. Lit. Eifel e.V. und das Literaturhaus der Eifelgemeinde Nettersheim (2018).

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: https://pxhere.com/de/photo/877708?utm_content=shareClip&utm_medium=referral&utm_source=pxhere [zuletzt aufgerufen: 21.01.2026].

Abbildung 2: https://pxhere.com/de/photo/1205838?utm_content=shareClip&utm_medium=referral&utm_source=pxhere [zuletzt aufgerufen: 21.01.2026].

Abbildung 3: https://pxhere.com/de/photo/1232678?utm_content=shareClip&utm_medium=referral&utm_source=pxhere [zuletzt aufgerufen: 21.01.2026].

Abbildung 4: https://pxhere.com/de/photo/1211244?utm_content=shareClip&utm_medium=referral&utm_source=pxhere [zuletzt aufgerufen: 21.01.2026].

Barboza, A. (2016). ¿Cuándo llegare? Topographien des Ankommens. In: Barboza, A./Eberding, S./Pantle, U./Winter, G. [Hrsg.]: Räume des Ankommens. Topographische Perspektiven auf Migration und Flucht. Bielefeld: Transcript, S. 123-136.

Beier, C./Messner, D./Preuß, H.-J. (2020): Globale Wanderungsbewegungen.  Beiträge der internationalen Zusammenarbeit zum Umgang mit Flucht und Migration. Wiesbaden: Springer.

Blazan, S. (2015): Vernünftiges Geistersehen. Die Politik des Gespenstischen. In: Aggermann, L./Fischer, R./Holling, E./Schulte, P./Siegmund, G. [Hrsg.]: „Lernen, mit den Gespenstern zu leben“. Das Gespenstische als Figur, Metapher und Wahrnehmungsdispositiv in Theorie und Ästhetik. Berlin: Neofelis, S. 97-108.

Breser, B./Heuer, C. (2024): „Nachhaltigkeit“ und ihre Zeitpraktiken. Ästhetik, Bildung, Demokratie. Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften, 15. Jg., Heft 2, S. 126-146.

Bröckling, U. (2007): Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) (2020): Umweltpolitik für eine nachhaltige Gesellschaft. Nachhaltigkeitsbericht des Bundesumweltministeriums zur Umsetzung der 2030-Agenda der Vereinten Nationen, Berlin.

Burkart, G. (2019): Gesellschaftstheorie der Moderne. Bewegte Gesellschaft. Die Soziologie als Beobachterin sozialer Dynamik. In: Samland, U./Henkel, A. [Hrsg.]: 10 Minuten Soziologie: Bewegung. Bielefeld: Transcript, S. 17-32.

de la Chaux, M. (2020): Innovative Unternehmer/innen in Flüchtlingslagern: Wie Flüchtlinge institutionelle Leerräume bewältigen. In: Beier, C./Messner, D./Preuß, H.-J. [Hrsg.]: Globale Wanderungsbewegungen. Beiträge der internationalen Zusammenarbeit zum Umgang mit Flucht und Migration. Wiesbaden: Springer, S. 253-271. https://doi.org/10.1007/978-3-658-28237-0_12.

Eimertenbrink, M. (2025): Von obdachlosen Berber*innen bis zur digitalen Bohème. Erfahrungen, Erwartungen und Bewertungen nomadischer Lebensweisen. Marburg: Büchner.

Erstić, M./Hülk, W./ Schuhen, G. (2009): Körper in Bewegung. Modelle und Impulse der italienischen Avantgarde. Bielefeld: Transcript.

Ferriss, T. (2022): Die 4-Stunden-Woche. Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben, übersetzt von Bausum, C., erweiterte und aktualisierte Ausgabe, Berlin: Ullstein.

Horn, E. (2002): Der Flüchtling. In: Horn, E./Kaufmann, S./Bröckling, U. [Hrsg.]: Grenzverletzer. Von Schmugglern, Spionen und anderen subversiven Gestalten. Berlin: Kulturverlag Kadmos, S. 58-79.

Horn, E./Kaufmann, S./Bröckling, U. (2002): Grenzverletzer. Von Schmugglern, Spionen und anderen subversiven Gestalten. Berlin: Kulturverlag Kadmos.

Ketschau, T. J. (2019): Dialektik sozialer Nachhaltigkeit als Frage der Gerechtigkeit. In: Soziologie und Nachhaltigkeit, 5. Jg., Heft 1, S. 27-43. https://doi.org/10.17879/sun-2019-2448.

Kurt, D./Karal, F. S. (2022): Einfluss der digitalen Transformation auf die soziale Nachhaltigkeit. In: Bozyazi, E./Kurt, D. [Hrsg.]: Soziale Nachhaltigkeit und digitale Transformation. Für ein erfolgreiches, nachhaltiges und menschliches Business.  Stuttgart: Schäffer-Poeschel, S. 59-72. https://doi.org/10.34156/9783791053882-59.

Lemme, S. (2020): Visualität und Zugehörigkeit. Deutsche Selbst- und Fremdbilder in der Berichterstattung über Migration, Flucht und Integration. Bielefeld: Transcript.

Lessenich, S. (2017): Soziologische Phantasie – heute: Die Welt zu Gast bei „Freunden“. Soziologie, 46. Jg., Heft 2, S. 160-172.

Lit. Eifel e.V. und Literaturhaus der Eifelgemeinde Nettersheim (2018): „Nähe und Ferne – Geschichten vom Unterwegssein“: 52 junge Autorinnen und Autoren schreiben. Weilerswist-Metternich: Barton.

Löffler, P. (2010): Phantome – Begegnungen mit dem Ungewissen. In: ilinx, Berliner Beiträge zur Kulturwissenschaft, Heft 1, S. 97-120.

Lünenborg, M./Maier, T. (2017): Wir und die Anderen? Eine Analyse der Bildberichterstattung deutschsprachiger Printmedien zu den Themen Flucht, Migration und Integration. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.

Maderna, C. (2019): Schön versus hässlich. Zur Stigmatisierung des Fremden in der Klassischen Antike. In: Funke, J./Wink, M. [Hrsg.]: Schönheit. Die Sicht der Wissenschaft. Heidelberg: Heidelberg University Publishing, S. 91-131. https://doi.org/10.17885/HEIUP.HDJBO.2019.0.24009.

Manderscheid, K. (2022): Soziologie der Mobilität. Bielefeld: Transcript.

Mau, S. (2021): Sortiermaschinen. Die Erfindung der Grenze im 21. Jahrhundert. München: C. H. Beck.

Münkler, M. (2002): Der Entdecker und Eroberer. In: Horn, E./Kaufmann, S./Bröckling, U. [Hrsg.]: Grenzverletzer. Von Schmugglern, Spionen und anderen subversiven Gestalten. Berlin: Kulturverlag Kadmos, S. 156-175.

Oberhuber, F. (2002): Der Vagabund. In: Horn, E./ Kaufmann, S./Bröckling, U. [Hrsg.]: Grenzverletzer. Von Schmugglern, Spionen und anderen subversiven Gestalten. Berlin: Kulturverlag Kadmos, S. 23-40.

Paech, N. (2012): Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie. München: Oekom.

Pauen, M (2019): Die Ästhetik des Häßlichen. Grauenhafte Probleme und eine schöne Bescherung. In: Klemme, H.F./Pauen, M./Raters, M.-L. [Hrsg.]: Im Schatten des Schönen. Die Ästhetik des Häßlichen in historischen Ansätzen und aktuellen Debatten. Bielefeld: Aisthesis, S. 211-226.

Rass, C./Ulz, M. (2017): Migration ein Bild geben: Visuelle Aushandlungen von Diversität. Wiesbaden: Springer.

Rolshoven, J./Maierhofer, M. (2012): Das Figurativ der Vagabondage. Kulturanalysen mobiler Lebensweisen. Bielefeld: Transcript.

Rosa, H. (2005): Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Roth, H.-J. (2017): Bilder und Bildordnungen von Studierenden im Themenfeld Migration und Interkulturalität: Ein Beitrag zur visuellen Migrationsforschung. In: Rass, C./Ulz, M. [Hrsg.]: Migration ein Bild geben: Visuelle Aushandlungen von Diversität. Wiesbaden: Springer, S. 161-189.

Samland, U./Henkel, A. (2019): 10 Minuten Soziologie: Bewegung. Bielefeld: Transcript.

Schenk, K. (2022): New Work – Arbeitskultur der Zukunft. In: Bozyazi, E./Kurt, D. [Hrsg.]: Soziale Nachhaltigkeit und digitale Transformation. Für ein erfolgreiches, nachhaltiges und menschliches Business. Stuttgart: Schäffer-Poeschel, S. 93-100. https://doi.org/10.34156/9783791053882-93.

Sennett, R. (1998): Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus. 6. Auflage. Berlin: Berlin Verlag.

Simmel, G. (1977): Philosophie des Geldes. 7. Auflage. Berlin: Duncker & Humblot.

Simmel, G (1992): Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. In: Rammstedt, O. [Hrsg.]: Georg Simmel. Gesamtausgabe, 11. Bd. Frankfurt am Main: Suhrkamp Simmel, G. (2013): Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. 7. Auflage, Berlin: Duncker & Humblot.

Stichweh, R. (2010): Der Fremde. Studien zu Soziologie und Sozialgeschichte. Berlin: Suhrkamp.

Thiel, C. (2021): New Work. Der mobile Alltag Digitaler Nomaden zwischen Hype und Selbstverwirklichung. Frankfurt am Main: Campus.

Toral-Niehoff, I. (2002): Der Nomade. In: Horn, E./Kaufmann, S./Bröckling, U. [Hrsg.]: Grenzverletzer. Von Schmugglern, Spionen und anderen subversiven Gestalten. Berlin: Kulturverlag Kadmos, S. 80-97.

Zöhrer, M. (2022): Schablonen im Kopf. Koloniale Kontinuitäten im Wahrnehmen, Denken und Handeln. In: Wissenschaft & Frieden, Heft 2, S. 50-52.


Dr. Maik Eimertenbrink war Mitglied beim Nachhaltigen Filmblick, gründete den gemeinnützigen Verein Nachhaltigkeitsguerilla und entwickelte und leitete die Obdachlosen-Uni Berlin. Er konnte zahlreiche Auszeichnungen für sein soziales Engagement gewinnen. An der Universität der Künste Berlin promovierte er über vagabundierend-nomadische Lebensweisen. Seit 2019 ist er an der Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) im Internationalen Brückenkurs soziale Professionen (ApaLe) tätig.

E-Mail: Maik.Eimertenbrink@KHSB-Berlin.de

Beitrag als PDF/DOI